Zecken-Know-How

Zecken

Für Hundehalter gibt es kaum etwas Schöneres, als es sich nach einem langen Spaziergang zu Hause so richtig gemütlich zu machen. Dazu gehört ein warmes Getränk und eine ausgiebige Kuschelrunde mit dem Vierbeiner. Die Finger streichen durch das weiche Fell und Bello lässt ein wohliges Seufzen hören.Doch auf einmal ist es vorbei mit der Wohlfühlstimmung: Frauchens Finger ertasten den ebenso verhassten wie leider auch wohl bekannten Knubbel. Eine Zecke!Sobald die Temperaturen über 7 °C steigen, kehren die über den Winter verdrängten Blutsauger auf die Hunde und somit in das Bewusstsein aller Tierfreunde zurück. Doch getreu dem Motto „Kenne deinen Feind“ gibt es zahlreiche Mittel, mit denen Herrchen und Frauchen ihre Hunde und sich schützen können.

Zecken – welche Arten gibt es?
Hierzulande ist die wohl bekannteste Art der Holzbock mit den schwarz-roten Weibchen und den viel kleineren einfarbig schwarzen Männchen. Der Holzbock fühlt sich am wohlsten in Wäldern mit dichtem Unterholz. In der Nähe von Flüssen tummelt sich die Auwaldzecke, sie ist weiß mit schwarzer Zeichnung. Glücklicherweise vorrangig in Mitteleuropa lebt die Braune Hundezecke. Im eher kühlen Deutschland kann sie allerdings – einmal vom Hund des Hauses eingeschleppt – hervorragend in gut beheizten Räumen überleben. Hier wird sie sich auf dem Hundeschlafplatz rapide vermehren und das Einschreiten von Tierarzt und Schädlingsbekämpfer werden unumgänglich.

Gefahren durch Zecken
Die Spinnentiere haben nicht nur ein äußerst unappetitliches Erscheinungsbild, sie übertragen auch gefährliche Krankheiten auf Mensch und Hund. Wenn sie stechen, verdünnen sie das austretende Blut mit ihrem Speichel, bevor sie es trinken. Dieser Austausch wird kontinuierlich fortgesetzt, während die Zecke von dem Wirt trinkt. Dabei geraten die Krankheitserreger in das Blut und den Blutkreislauf des jeweiligen Säugetieres. Die wohl bekanntesten und gefährlichsten Krankheiten sind Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Bei ersterer können die Borrelien alle Organe, Gelenke und das Nervensystem schädigen. Das FSME-Virus kann zu tödlich endender Hirnhautentzündung führen – bei Mensch und Hund!

Schutz vor Zecken
Der wirkungsvollste Zeckenschutz für unsere Hunde wäre, sie von Juni bis Juli nicht in bewaldeten Gebieten spazieren zu führen. Das wäre jedoch eine zu große Einschränkung für sie. Schließlich lieben Hunde es, im Unterholz stöbern zu gehen und Laubhaufen zu durchschnüffeln. Glücklicherweise gibt es eine große Auswahl an Zeckenschutzmitteln. Spot-Ons werden zwischen die Schulterblätter des Hundes geträufelt. Seine Haut nimmt das Präparat auf und Zecken werden beim Stich getötet. Die Wirkung hält oft sogar mehrere Monate an. Eine Alternative ist das Ungezieferhalsband, dessen Wirkung allerdings geringer ist und weniger lang anhält. Bei extremem Befall hilft der Tierarzt mit Sprays und Badezusätzen. Wer sich scheut, seinen Hund mit Chemie zu behandeln, greift zu natürlichen Zeckenschutzmitteln wie Teebaumöl oder Bernsteinanhängern. Die Wirkung chemiefreier Schutzmittel ist allerdings umstritten.

Wenn alles nichts hilft…
Sollten alle Prophylaxe-Maßnahmen versagen, müssen die Schädlinge entfernt werden. Hierzu eignen sich Zeckenzangen oder Zeckenkarten. Besonders hart gesottene Hundefreunde beenden die Blutmahlzeit der Schädlinge mit bloßen Fingern. Wichtig ist, dass Öl, Kleber oder andere früher weit verbreitete Hilfsmittel bei der Zeckenentfernung nichts verloren haben. Sie würden dazu führen, dass die Zecke sich in die Wunde erbricht, bevor sie stirbt. Somit wären ebenfalls alle Krankheitserreger im Blutkreislauf des Hundes. Richtig ist, die Zecke hinterm Kopf zu fassen und sie mit einer Kippbewegung vom Hund zu lösen. Mit diesem kleinen Zecken-Know-How sollten alle Hundehalter bestens für die „krabbelige Jahreszeit“ gewappnet sein.

© PfotenNews

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