Futtermittelunverträglichkeit

Futtermittelunvertraeglichkeit 2

Futtermittelunverträglichkeit bei Hunden
Bei einer Futtermittelunverträglichkeit handelt es sich um eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf einen oder mehrere Bestandteile des Futters. Das Immunsystem erkennt den Futterbestandteil als Fremdkörper bzw. Eindringling an und speichert diese Information in den Abwehrzellen. Infolgedessen bildet das Immunsystem Antikörper aus, welche bei erneutem Kontakt mit dem Futterbestandteil ausgeschüttet werden und so zu den möglichen Beschwerden führen. Die Reaktion auf ein Futtermittel erfolgt in den seltensten Fällen unmittelbar nach Kontakt, oft vergehen Stunden oder auch Tage.

Unabhängig von Rasse, Alter oder Geschlecht können Futtermittelunverträglichkeiten bei allen Hunden auftreten. Nach einer Studie des Veterinärmediziners Rosser an der Michigan State University zeigten 33 % der untersuchten Hunde bereits im Welpenalter (unter 1 Jahr) erste Symptome einer Futtermittelunverträglichkeit. Bis zum 3. Lebensjahr waren es 51 % der Hunde, ab dem 3. Lebensjahr noch 16 %, die erste Unverträglichkeitsreaktionen zeigten. Rossers Studie zeigt, dass Unverträglichkeiten nicht von vornherein bestehen müssen. Oftmals wird ein Futtermittel lange und gut vertragen, bevor die ersten Symptome auf eine Unverträglichkeit hindeuten.

Symptome einer Futtermittelallergie
Die Symptome einer Futtermittelunverträglichkeit sind sehr vielfältig und können sich bei jedem Hund unterschiedlich äußern. Am häufigsten werden dermatologische Störungen bemerkt, allen voran der Juckreiz (Pruritus) und Rötungen der Haut (Erythem). Betroffene Hautstellen sind meist die Ohren, der Achsel- und Bauchbereich, ebenso wie Kopf, Hals und Pfoten. Futtermittelunverträglichkeiten bleiben oft lange unerkannt. Die Symptome sind sehr unspezifisch und lassen viele Differentialdiagnosen zu. Exzessives Kratzen, Beißen und Lecken der betroffenen Hunde führt zu verschiedenen sekundären Symptomen, welche meist anderen Krankheitsbildern ähneln, z.B. dem einer atopischen Dermatitis, ausgelöst durch den Kontakt mit Umweltfaktoren wie Gräser oder Pollen. Weitere sekundäre Hautveränderungen können durch Bakterien hervorgerufene Hautentzündungen sein (Pyodermien) oder auch Pilzinfektionen (Malassezieninfektionen) und Hot Spots. Ebenso leiden betroffene Hunde oft an haarlosen Hautstellen (Leckdermatitis), Bläschen und Pusteln, Schuppen, Verfärbung des Hautgewebes (Hyperpigmentierung) und einer flächenhaften Verdickung der Haut (Lichenifikation).

Nicht selten leiden Hunde mit Futtermittelunverträglichkeiten zudem an ständig wiederkehrenden Ohrenentzündungen (Otitiden). Dr. Maria Hänse von futalis weiß aus der Praxis: „Bei 20% der Patienten sind Otitiden das einzige Symptom eine Futtermittelunverträglichkeit.“

Neben den dermatologischen Symptomen zeigen Hunde mit Futtermittelunverträglichkeiten häufig auch gastrointestinale Störungen. Am häufigsten können hier starke Blähungen (Flatulenzen) und grummelnde Bauchgeräusche (Borborygmus) festgestellt werden. Auch Magen-Darm-Krämpfe und Erbrechen sind keine Seltenheit. Unter Umständen äußert sich eine Futtermittelunverträglichkeit auch lediglich durch sehr weichen bis flüssigen Stuhl oder sehr häufigen Kotabsatz, mehr als dreimal pro Tag. Ca. 15% der betroffenen Hunde entwickeln dauerhaft begleitende Darmerkrankungen wie IBD, Enteritis oder Colitis.

Befund per Eliminationsdiät
Diese vielfältigen Symptome, in Kombination oder nur einzeln auftretend, sowie deren unterschiedliche Intensität sind Grund für einen oft langen Leidensweg der Hunde, bevor die korrekte Diagnose einer Futtermittelunverträglichkeit gestellt werden kann.

Um Aufschluss über eine mögliche Futtermittelunverträglichkeit zu bekommen, muss eine Eliminationsdiät durchgeführt werden. Diese wird mittels einer Futterration auf Basis je einer Protein- und Kohlenhydratquelle über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen bis maximal 12 Wochen durchgeführt. Wichtig dabei: Der Hund sollte noch keinen Kontakt mit den neuen Futterbestandteilen gehabt haben oder nachweislich mittels Bluttest keine Reaktion auf diese Komponenten zeigen. Besonders eignen sich dafür exotische Fleischsorten wie Strauß oder Känguru, aber auch Schwein in durchgegartem und nicht rohem Zustand. Als Kohlenhydratquelle bietet sich die Süßkartoffel mit einer gleichzeitig positiven Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt an.

Erstes Ziel der Eliminationsdiät ist die Besserung der klinischen Symptome. Es ist wichtig, dass die Halter sich konsequent an die Fütterungsempfehlung für die Eliminationsdiät halten, selbst kleinste Mengen anderer Futterbestandteile können das Ergebnis der Diät verfälschen. Nach Abklingen aller Symptome wird mittels einer „Provokation“ der tatsächliche Auslöser der Unverträglichkeit bestimmt. Schrittweise werden der Ration einzelne Futterbestandteile wie z.B. eine weitere Protein- oder Kohlenhydratquelle zugefügt. Treten erneut Symptome auf, wurden die tatsächlichen Auslöser der Unverträglichkeit identifiziert.

Was muss bei der Ernährung beachtet werden?
Sind die Auslöser bekannt, gilt es nun, für den Hund ein ausgewogenes Futter entsprechend seines Bedarfs zu finden, welches keine der identifizierten Futterkomponenten enthält. Am besten eignen sich dafür spezielle hypoallergene Zusammensetzungen, die wie die Zusammensetzung der Eliminationsdiät auf lediglich einer gut verträglichen Protein- und Kohlenhydratquelle basieren. Auch bei der Wahl von Belohnungen und Kauartikeln sollten die auslösenden Bestandteile konsequent vermieden werden. Nur durch eine konsequente Futterumstellung kann ein Hund mit Futtermittelunverträglichkeit erfolgsversprechend behandelt werden.

Quelle: futalis.de

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