Chip-Kastration

Hundegesundheit 2

Unkastrierte Rüden können zu aggressivem Verhalten, häufigem Weglaufen, übermäßigem Sexualtrieb oder aufmüpfigem Verhalten neigen. Einige Rüden leiden sogar so unter einer läufigen Hündin in der Nachbarschaft, dass sie das Fressen einstellen. Eine Kastration soll häufig eine Lösung darstellten. Das Verhalten kann sich dadurch ändern. Oft bleibt aber auch alles beim Alten. Je älter der Hund ist, desto schwieriger wird es.  Die Operation mit Vollnarkose und die Veränderung des Körpers zu einem nicht mehr so männlichen Aussehen schrecken aber ab. Eine Alternative kann die Chip-Kastration darstellen.

Was ist die Chip-Kastration?
Bei der Chip-Kastration wird ein 2,3mm x 12mm großer Chip zwischen den Schulterblättern unter der Haut platziert. Er ist biologisch verträglich und muss daher nicht entfernt werden. Deslorein, welches die Verbindung zwischen Gehirn und Geschlechtsorganen hemmt. Die für die Fruchtbarkeit notwendigen Hormone FSH und LH werden nicht mehr gebildet. Die Wirkung setzt ca. 4-6 Wochen nach der Einsetzung des  Chips ein. Der Testosteronspiegel sinkt, der Geschlechtstrieb lässt nach, die Größe der Hoden nimmt ab und die Funktion der Fortpflanzungsorgane wird heruntergesetzt. Die Wirkung hält entweder für 6 Monate oder für 1 Jahr an. Bei Bedarf kann die Behandlung dann wiederholt werden. Der Chip kostet ca. 50€, hinzu kommen die Kosten für das Implantieren.

Vor- und Nachteile der Chip-Kastration
Bis auf eventuell auftretende Hautreaktionen an der Implantationsstelle sind keine Nebenwirkungen der chemischen Kastration bekannt. Bei Hunden mit Tumorerkrankungen des Hodens, ein- oder beidseitigem Hodenhochstand oder der Veränderungen der Prostata sollte sie jedoch nicht zum Einsatz kommen.  Vorteile dieser Art gibt es einige, jedoch muss abgewogen werden, ob sie die ständige Belastung des Hundes durch die Einwirkung von Hormonen überwiegen. Zum einen bleibt dem Hund die Vollnarkose erspart. Gerade bei jungen Hunden ist das Narkoserisiko jedoch relativ gering. Daher kommt der Chip häufig bei Hunden zum Einsatz, deren Narkoserisiko aufgrund einer Herzerkrankung oder des fortgeschrittenen Alters erhöht ist. Sinnvoll ist der Einsatz außerdem, wenn eine Kastration aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten durchgeführt werden soll und so getestet werden kann, ob sich das Verhalten tatsächlich verändert. Häufig ist dies gar nicht der Fall und so wird dem Hund eine unnötige Kastration erspart. Auch für Hundebesitzer die eventuell später noch züchten möchten und den Sexualtrieb nur für eine bestimmte Zeit ausschalten möchten, ist die chemische Kastration eine sinnvolle Alternative. Für eine dauerhafte Kastration ein Leben lang, sollte dann aber letztendlich doch die operative Kastration gewählt werden.

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